Wie bleibt der Kleiderschrank ordentlich?
- Sarah Armborst
- 26. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Hallo,
schön, dass du da bist.
Im ersten Beitrag ging es darum, wie man seinen Kleiderschrank ausmisten kann. Nur: Das Ausmisten alleine reicht nicht, wenn man den gewonnenen Platz in kurzer Zeit wieder mit neuer Kleidung füllt.

Einen Tipp von vielen habe ich im letzten Beitrag bereits beschrieben: die No-Buy- bzw. Low-Buy-Challenge. Wenn du das noch nicht gelesen hast, schau dort gerne noch einmal für weitere wertvolle Tipps rein.
Sofern du gerade erst aussortiert hast, fragst du dich vielleicht: Wohin mit den Klamotten?
Kaputte oder stark abgetragene Kleidung kannst du in den Altkleidercontainer bringen. Für Kleidung, die noch tragbar bis neuwertig ist, hast du verschiedene Optionen:
1. Verkaufen
Verkaufen hat den Vorteil, dass sich das ausgegebene Geld nicht ganz so verloren anfühlt. Dir stehen dafür verschiedene Portale zur Verfügung – unter anderem Vinted, Kleinanzeigen, Sellpy oder Momox. Es gibt bestimmt noch mehr, aber das sind die mir bekannten.
In Selbstregie
Bei Vinted und Kleinanzeigen gibt es allerdings einen großen Nachteil: Der Verkauf eines einzigen Kleidungsstücks kostet viel Zeit, teils einige Stunden. Du musst das Teil erst präsentieren, fotografieren, eine Beschreibung schreiben und es einstellen. Danach kontaktieren dich oft mehrere Menschen mit Fragen – zum Beispiel nach den genauen Maßen. Hat sich nach einigem Hin und Her ein Käufer gefunden, musst du das Teil einzeln verpacken und zur Post bringen. Wenn du am Ende nur wenig Geld herausbekommst, solltest du abwägen, ob dir die Arbeit das wert ist.
Verkaufen lassen
Zum Verkauf auf Sellpy und Momox kann ich noch nicht viel sagen, da ich selbst gerade zum ersten Mal Kleidung dorthin geschickt habe. Ich halte dich aber auf dem Laufenden! Das Prinzip ist einfach: Du steckst deine alte Kleidung gesammelt in eine Tasche von Sellpy und verschickst sie. Dort wird die Ware sortiert, für dich fotografiert und verkauft. Du bekommst dann einen Teil des Erlöses. Ich habe mich diesmal für diese Variante entschieden, weil sie mir extrem viel Zeit spart.
Flohmarkt
Du kannst natürlich auch alles sammeln, dich auf einem Flohmarkt anmelden und deine Kleidung dort anbieten. Aber auch das ist zeitintensiv. Du verbringst den ganzen Tag dort, um deine Sachen an den Mann oder die Frau zu bringen.
2. Spenden
Ich habe diese Variante schon sehr oft gewählt. Der Vorteil: Ich konnte alles auf einmal hinbringen und war die Sachen sofort los – was manchmal auch einfach das Ziel ist. Schau am besten mal, welche Spendenannahmestellen es in deiner Nähe gibt. Bei mir sind das die Diakonie, die Caritas und das DRK. Auch lokale Second-Hand-Läden nehmen oft Kleidung an.
3. Weitergeben
Vielleicht hast du Freundinnen in der Nähe, die dieselbe Größe tragen wie du? Oder ihr veranstaltet eine Tauschparty. Dabei treffen sich mehrere Leute, bringen ihre aussortierten Sachen mit und tauschen bei Kaffee und Kuchen (oder Käse und Wein) gemütlich die Kleidung.
So hältst du die Ordnung im Schrank
Die Kleiderbügelmethode
Bei dieser Methode hängst du alle Bügel zuerst so auf die Stange, dass der Haken nach hinten in den Schrank zeigt. Wenn du ein Kleidungsstück getragen hast, hängst du den Bügel danach andersherum auf – also so, wie man es normalerweise tut (Haken zeigt nach vorne). Nach der Saison oder nach einem ganzen Jahr schaust du, welche Bügel noch nach hinten zeigen. Das bedeutet: Du hast diese Kleidung ein Jahr lang nicht getragen. Wenn es sich nicht gerade um dein Hochzeitskleid oder Kleidung für besondere Anlässe handelt, kannst du diese Sachen beruhigt aussortiert.
Alles sichtbar machen
Ich wende die Kleiderbügelmethode aktuell selbst zum ersten Mal an. Vorher hatte ich außer Jacken und Kleidern fast nichts auf Bügeln. Meine gesamte Kleidung war gefaltet und nach der KonMari-Methode hintereinander in Schubladen oder Boxen aufgestellt. Das soll den Vorteil haben, dass man alles direkt sieht. Wenn man seine Kleidung allerdings auf zehn Boxen und acht Schubladen verteilt hat, verliert man trotzdem den Überblick.
Anfang des Jahres habe ich noch einmal groß aussortiert und das meiste auf Kleiderbügel gehängt, um wirklich alles auf einen Blick zu sehen. Das beschränkt sich aktuell allerdings auf die Straßenkleidung. Mit fünf Katzen im Haushalt trenne ich strikt zwischen Kleidung für draußen und Hauskleidung für drinnen. Die Hauskleidung befindet sich, genau wie Sportkleidung und Unterwäsche, weiterhin gefaltet im KonMari-Stil in den Kommodenschubladen. Hosen und Röcke liegen ebenfalls übersichtlich gefaltet im Schrank direkt unter den Oberteilen.
Schau einfach, was für dich am besten passt. Wichtig ist nur, dass du alles im Blick hast und sich keine Schrankleichen hinter Kleiderstapeln verstecken.
Platz begrenzen
Du kannst den Platz im Kleiderschrank künstlich begrenzen, indem du die Anzahl der Kleiderbügel limitierst. Du möchtest maximal 20 Oberteile besitzen? Dann hänge nur 20 Bügel in den Schrank. Wenn alle voll sind, ist der Schrank voll. Dann wird nichts mehr dazu gekauft – oder ein altes Teil muss für ein neues weichen.
Alles hat seinen Platz
Jedes deiner Teile sollte einen festen „Parkplatz“ haben. Das gilt auch für Accessoires und Schmuck. Es gibt nichts Ärgerlicheres, als morgens hektisch nach einer Mütze oder einem Schal zu suchen, ihn nicht zu finden, neu zu bestellen und am Ende alles dreifach zu besitzen. Ich nutze dafür mittlerweile eine feste Box im Schrank. Ich nenne sie meine „Winterbox“, weil dort Schals, Mützen, Thermoleggings und der warme Schlafanzug drin liegen. Alles an einem Ort zu haben, spart Zeit, Geld und Nerven.
Nur Lieblingsteile
Räume deine Kleidung einmal komplett aus dem Schrank und hänge testweise zuerst nur deine absoluten Lieblingsteile zurück. Erst danach schaust du dir den Rest an. Hast du die Sachen im letzten Jahr getragen? Magst du sie überhaupt? Stehen sie dir? Natürlich gehören auch funktionale Teile wieder in den Schrank. Aber beim Rest darfst du kritisch hinterfragen, ob du ihn wirklich brauchst. Nutze dafür gerne die Fragen aus der „Low Buy Challenge“ und meinem Beitrag „Einfach anfangen – Kleiderschrank ausmisten“.
Die Wunschliste
Ich empfehle jedem, eine Wunschliste für Neuanschaffungen zu führen. Du kennst dich selbst am besten und entscheidest, wie lange ein Teil auf dieser Liste stehen muss, bevor du es kaufst. Bei mir sind es aktuell 30 Tage.
Shopping kritisch hinterfragen
Bevor du neue Teile shoppst, frage dich: Was kaufst du hier eigentlich? Das reine Produkt oder ein bestimmtes Gefühl, für das das Produkt steht?
Gehe der Frage auf den Grund, warum du das Teil plötzlich haben willst. Hast du es irgendwo gesehen und assoziierst etwas Bestimmtes damit? Mir passiert das ganz oft auf Pinterest. Wenn ich dort unterwegs bin, füllt sich meine Wunschliste blitzschnell und ich bin plötzlich felsenfest davon überzeugt, dass ich ohne einen dunkelblauen Zopfstrickpullover nicht mehr leben kann.

Der Pullover ist zwar wirklich schön und bequem und steht mir auch. Nichtsdestotrotz habe ich ihn mir gekauft, obwohl ich bereits etwa 13 andere Pullover im Schrank hatte. Der Wunsch nach diesem Teil kam auf, als ich eine Weile auf Pinterest nach dem Stil „Ocean Academia“ gesucht habe. Ich bereue es zwar nicht, den Pullover gekauft zu haben, aber ich ärgere mich darüber, wie leicht ich mich von schönen Bildern zum Kauf manipulieren lasse.
Letztens war ich für eine Woche bei einem VHS-Kurs in der Innenstadt und bin in der Pause ein wenig durch die Straßen geschlendert. Das tue ich sonst eigentlich nie, denn ich mag Innenstädte nicht sonderlich – mich zieht es eher in die Natur. Auf jeden Fall habe ich dort den Laden Dille & Kamille entdeckt. Als ich ihn betreten habe, hätte ich am liebsten alles, wirklich alles gekauft! Der Laden spiegelt genau meine Ästhetik wider. Dort steht auch das schöne Geschirr, das ich im letzten Beitrag erwähnt habe. Aber die großen Tassen mit dem süßen Blumenmuster im Cottagecore-Stil blieben im Regal.
Zumindest so lange, wie ich noch funktionsfähiges Geschirr im Schrank habe.
Die „One In – One Out“-Regel
Eine der bekanntesten Methoden für dauerhafte Ordnung ist die „One In – One Out“-Regel. Das bedeutet: Für jedes Teil, das neu einzieht, muss exakt die gleiche Anzahl an Teilen den Schrank verlassen. Im besten Fall stammen sie aus derselben Kategorie. Denn eine neue Jeans gegen eine partnerlose Socke auszutauschen, wird deinen Kleiderschrank auf Dauer nicht ordentlich halten.
Wenn du deine Garderobe noch weiter reduzieren möchtest, kannst du die Regel verschärfen: Mach einfach „One In – Two Out“ oder „One In – Three Out“ daraus. Für jedes neue Teil gehen dann zwei oder drei alte Sachen.
Mein Tipp: Überlege dir am besten schon vor dem Kauf, welche Teile weichen müssen, bevor das neue Stück überhaupt bei dir einzieht.
Und jetzt du?
Lass mich gerne wissen, welche Methode dein Favorit ist. Hast du schon manche davon ausprobiert und wie kamst du damit zurecht? Welche wirst du als Nächstes testen? Oder kennst du vielleicht noch ganz andere Methoden?
Ich freue mich darauf, von dir zu hören. Kontaktiere mich gerne direkt hier über den Blog oder auf Instagram!
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