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Einfach anfangen - Ausmisten der Kleidung

  • Autorenbild: Sarah Armborst
    Sarah Armborst
  • 26. März
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Juli



Eye-level view of a serene minimalist living space

So wie der Titel schon sagt ist mein bester Tipp, egal was du vor hast, einfach anzufangen. Egal ob du nun eine neue Sprache lernen willst, ein neues Hobby ausprobieren möchtest ,deine Wohnung oder deinen Kleiderschrank ausmisten möchtest, aber mit Struktur.


Bevor ich angefangen habe erfolgreich meinen Kleiderschrank auszusortieren, hatte ich einige erfolglose Versuche hinter mir und viele Stunden auf Pinterest, wie der perfekte Kleiderschrank von innen aussieht. Anstatt wirklich auszumisten habe ich mich mit Ordnungshacks beschäftigt und wie man möglichst viel in seinen Schränken verstauen kann. Nichts desto trotz ist der Platz begrenzt und irgendwann bricht, trotz Ordnungsboxen und komplizierten Falttechniken für Kleidung, die Rückwand des Kleiderschranks raus, wenn immer mehr dazu kommt.


Also Rückwand wieder rein drücken, Vakuumbeutel kaufen und die nicht ganz so beliebte Kleidung damit in den Keller verfrachten. Schön. Wieder mehr Platz im Kleiderschrank, der sich aber irgendwie wieder auf magische Art und Weise füllt (leider leert sich damit auch das Konto).


Dann etablierte sich ein Kreislauf aus Ordnungsboxen kaufen, Sachen von A nach B räumen, noch mehr Ordnungsboxen kaufen und noch mehr sortieren, kategorisieren, stapeln und verräumen. Ordnungsboxen sind wundervoll, aber bevor man anfängt Ordnung zu schaffen, muss erst einmal das ungeliebte und ungenutzte weichen. Ansonsten hat man später einen Keller und eine Wohnung voller Zeugs, was man nicht benötigt, Platz belegt und Chaos schafft.


Es gibt sehr viele, wundervolle Methoden um mit dem Ausmisten zu beginnen. Ich empfehle dir die KonMari Methode der bekannten japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo. Bei der Methode wird nach Kategorien und nicht nach Räumen aufgeräumt und es wird nur das behalten, was Freude bereitet. Die Originalfrage von Marie Kondo dazu lautet „Does it spark Joy“.

Und das kannst du ganz einfach rausfinden. Such dir mal dein absolutes Lieblingskleidungsstück raus und nimm es in die Hand. Das, was du dabei fühlst, sollte für deine komplette Garderobe gelten (was natürlich nicht immer zu 100% umzusetzen ist, z.B. bei Arbeitskleidung). Wenn du dein Lieblingsstück gefunden und in die Hand genommen hast, dann such dir jetzt ein Kleidungsstück raus, was du überhaupt nicht magst und wo du dich so gar nicht wohl drin fühlst. Wenn du später dieses ungute Gefühl bei Kleidungsstücken beim ausmisten hast, dann weißt du die direkt „das kann weg“.


Die Reihenfolge:

Kleidung

Bücher

Papiere

Komono (verschiedenes)

Sentimentales


Wenn Kleidung für dich ein emotionales Thema ist, dann solltest du entweder mit einer Unterkategorie an Kleidung anfangen, oder mit der Kategorie Komono beginnen, also z.B. mit der Kabelschublade (und seien wir mal ehrlich: wir haben alle mindestens drei mal so viele Kabel im Haus wie Geräte und keine Ahnung welches wozu gehört. Und außerdem braucht kein Mensch 10 HDMI Kabel.)


Als ich von der KonMari Methode die Serie auf Netflix gesehen habe war ich sofort Feuer und Flamme. Ich habe kurz recherchiert und dann Hals über Kopf angefangen. Ich holte alle meine Kleidung, die überall rumgeflogen ist und warf sie motiviert und fröhlich aufs Bett. Wirklich alles, von überall her. Die eingelagerten Klamotten aus dem Keller und der Abstellkammer, Jacken aus dem Arbeitszimmer und dazu noch einige Meter Schrank und Kommode. Ich habe noch nie einen so riesigen Haufen an Kleidung gesehen. Ich war völlig überfordert. Die ersten 2 Stunden konnte ich mich noch einigermaßen gut bei Laune halten, wusste aber nicht so recht ob diese rote Hose jetzt den geforderten „Joy sparkt“ oder nicht.

„Eigentlich hatte ich die Hose noch nie an und rot steht mir auch nicht. Die liegt sowieso nur im Keller. Also kann sie weg. Aber ich könnte sie ja mal anziehen und außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich sie noch nie an hatte und jetzt noch zusätzlich, weil ich sie wegwerfen wollte. Dann doch lieber auf dem Bleiben stapeln. Aber wo sortiere ich sie denn gleich ein?“


So oder so ähnlich ging es mir bei jedem Teil und die Teile sind von dem Wegwerfstapel, auf den Behaltenstapel und wieder zum Wegwerfstapel und wieder zurück gewechselt und je länger ich ausgemistet habe, desto schlimmer wurde es. Diese Überforderung, die Menge und die Unentschlossenheit kosteten mich so unendlich viel Energie, dass ich Spätabends immer noch einen riesigen, unsortierten Stapel Kleidung hatte und diesen einfach irgendwie in die Schränke gestopft hatte. So hatte ich mir das nicht vorgestellt und ich war total frustriert.


Die Struktur

Wie es letzten Endes bei mir, nach mehreren gescheiterten Versuchen, funktioniert hat:


  1. kleine Kategorien

Ich habe mir die Kategorie Kleidung in kleinere Kategorien geteilt: Socken, T-Shirts, Jacken, Hosen, Röcken,... und dann immer nur diese eine Kategorie sortiert. Ein überschaubarer Kleiderhaufen überfordert nicht. Wenn man nach den Socken noch Lust auf die Hosen hat, dann gerne. Aber erst wenn die eine Kategorie auch wieder ordentlich einsortiert ist.


  1. Das Geld ist weg

Ich habe mir die Erlaubnis gegeben, Dinge wegzugeben, die ich nie anhatte. Das Geld ist so oder so weg. Wenn ich die Kleidung behalte kommt das Geld auch nicht wieder zurück.


  1. Stapelmethode

Ich habe 3 Stapel: Behalten, Spenden/Wegwerfen, Transferort.


  1. Spenden und Transferort

Kleidung muss nicht weggeworfen werden. Sie wird gespendet, oder, wenn ich mir noch nicht zu 100% sicher bin, kommt sie an den Transferort. Ein Ort, an dem die Gegenstände noch für eine Weile da sind, aber nicht in Sichtweite. In meinem Fall war das der Keller. Aktuell habe ich dort auf wieder eine Ikea Tasche voller Kleidung, von der ich mich noch nicht endgültig trennen wollte beim letzten ausmisten. Aber, und so ist es jedes mal, kann ich mich noch nicht mal mehr genau daran erinnern was dort aktuell alles für Kleidung drin ist. Aus den Augen, aus den Sinn. Ich habe tatsächlich noch nie ein Kleidungsstück vermisst. Und wenn doch, dann ist es leicht zu ersetzen. Nach ein Paar Monate schaue ich nochmal durch und ich habe so gut wie nichts nochmal wieder in die Wohnung geholt.


  1. Mehrfach aussortieren

Ich muss nicht alles sofort perfekt machen und nach dem ersten Tag die eine minimalistische vorzeige Wohnung und Kleiderschrank haben. Ich darf auch mehrere Runden aussortieren. Das nimmt den Druck raus, sich richtig entscheiden zu müssen und es wird mit jedem mal einfacher.


  1. Ein Ersatz reicht

Es reicht, wenn ich ein T-Shirt zum streichen behalte. Ich benötige nicht 20 Stück. So oft streiche ich meine Wohnung dann doch nicht.


  1. Kenne dein Ziel

Mache dir Gedanken darüber, wo du hin möchtest. Das ist nicht nur im Leben hilfreich, sondern auch beim Ausmisten. Wie soll nachher dein Kleiderschrank aussehen? Was möchtest du für Kleidung tragen? Wie möchtest du dich fühlen, wenn du deinen Kleiderschrank öffnest? Suche ruhig ein wenig nach Bildern, die dich inspirieren. Daher habe ich auch das Titelbild ausgesucht, denn für mich strahlt dieser Kleiderschrank eine wunderbare Ruhe aus. So, oder so ähnlich, ist mein Ziel für meinen Kleiderschrank.


  1. Kenne dein Warum

So wie du dein Ziel kennen solltest, solltest du auch wissen warum du ausmisten möchtest. Und geh da ruhig mal ein wenig tiefer. Hier ein Beispiel von mir: Ich möchte weniger Kleidung haben, weil meine Kleidung keinen Platz hat. Wenn ich nicht genug Platz für meine Kleidung habe, dann passiert es öfter, dass diese nicht im Schrank liegt, sondern auf den Schränken, auf den Kommoden, auf dem Stuhl, auf dem Boden. Wenn meine Kleidung überall rumliegt dann sieht es unordentlich und unaufgeräumt aus. Beziehungsweise ist es ja wirklich unordentlich und unaufgeräumt. Wenn es unordentlich ist und alles rum liegt dann fühle ich mich gestresst. Wenn ich mich gestresst fühle, dann übt das einen ständigen Druck auf mich aus und ich möchte mich aber in meinem Zuhause entspannen.


Stelle dir die richtigen Fragen

Diese Strategien waren für mich der Gamechanger beim Ausmisten. Die sechs Punkte oben wende ich nicht nur bei Kleidung an, sondern auch bei allen anderen Gegenständen die ich aussortieren möchte.

Wenn du gerade am aussortieren bist und du vor deinen drei Stapeln: behalten, spenden, Transfer sitzt und nicht weißt "wohin denn nun damit?", dann kannst du dir folgende Fragen stellen:


  1. Passt mir das Teil, oder ist es zu groß/zu klein?

Selbst wenn du das Kleidungsstück nicht wegwerfen oder spendest möchtest, dann bringe es wenigstens an den Transferort. In deinem Kleiderschrank sollte nur Kleidung sein, die du auch anziehst.


  1. Ist das überhaupt mein Stil?

Kleidungsstücke die du schön findest, aber nicht trägst, weil sie nicht zu deinem Stil oder deinen anderen Kleidungsstücken passen, sind nicht für deinen Kleiderschrank bestimmt. Gib dir selbst die Erlaubnis das Kleidungsstück weiterzugeben, damit es von jemand anderen getragen werden kann.


  1. Mag ich den Schnitt?

Kleidung, die nicht gut sitzt, weil der Schnitt nicht zu deinem Körper passt sollte genauso weiterziehen dürfen wie die Kleidung, die nicht zu deinem Stil passt.


  1. Mag ich das Material?

Kleidung, die sich nicht gut auf deiner Haut anfühlt, weil sie kratzt, oder man aufgrund des Material sehr darin schwitzt solltest du ebenfalls entsorgen oder weitergeben.


  1. Ist es ein klares „Ja“?

Wenn du ein Kleidungsstück in der Hand hast, dir aber unschlüssig bist, dann kannst du zu 95% davon ausgehen, dass das ein „Nein“ für das Kleidungsstück ist. Leg es auf den Weggeben-Stapel oder zum Transferstapel.


  1. Der Schmutztest: Würde ich es reinigen?

Wenn dir das Kleidungsstück jetzt in Hundehinterlassenschaften fallen würde, würdest du es reinigen, oder kann es weg? Wenn du es wegwerfen würdest, dann kann es jetzt im sauberen Zustand auch auf den Spenden-Stapel. Oder lege es zumindest zum Transfer-Stapel.

Jetzt hast du einige Tipps und Tricks kennen gelernt und kannst direkt los legen und dich ins Getümmel der Klamotten werfen. Suche dir am besten noch heute eine Kategorie und starte durch. Wenn man sich mit ein wenig Struktur ans Ausmisten macht, dann macht aufräumen, ordnen und ausmisten sogar Spaß und kann entspannend sein. Vielleicht wird es ja auch dein neues Schlechtwetter-Hobby, denn meins ist es mittlerweile geworden.


Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche und schön, dass du da warst.

Bis bald


Sarah

 
 
 

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